Segel-Club Schalchen Chiemsee e.V.


 
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Segel-CIub-Schalchen-Chiemsee e.V. ( SCSC)

Seit mehr als vierzig Jahren gab es und gibt es Segler rund um den Schalchenhof, heute ein vielbesuchtes Landgasthaus auf einer Anhöhe zwischen Gstadt und Gollenshausen gelegen.

Genügte damals noch eine Vereinbarung mit dem Grundeigner - also dem Strasser Jack und der Seen­verwaltung den Chiemsee und seine Gestade freizeitlich zu nutzen; beispielsweise zum Segeln, so schränkten langsam aber sicher neue Verordnungen, Auflagen und Verbote seitens der Landratsämter mehr und mehr die private Nutzung ein. Bojen und Liegeplätze wurden zur Mangelware, Wohnwagenstellplätze genehmigungspflichtig und „schwarz gebaute „ Wochenendhäuschen vom Abriss bedroht.

Die Segler am Schalchenhof, im wesentlichen aus Rosenheim, Mühldorf und München stammend, waren, per se nicht ortsansässig, massiv betroffen. In dieser schwierigen Situation regte der Hausherr, Jakob Strasser, die Gründung eines Segelvereins an; dies geschah am 27.3.1971 und bereits im Juli desselben Jahres zählte der Verein 50 eingetragene Mitglieder.

Bereits ein Jahr später organisierte der noch junge Verein in Zusammenarbeit mit dem USC München einen Führerscheinkurs zur Erlangung des DSV - A -Scheines, an dem 24 Mitglieder erfolgreich teilnahmen.

Im Winter 1972/73 belegten acht Clubmitglieder einen BR - Schein - Kurs des USC an der TU München. Die zur Zulassung zur praktischen BR-Prüfung erforderlichen 300 Seemeilen sammelten die Aspiranten im Sommer 1973 in der jugoslawischen Adria auf eigenem Kiel. Die praktische BR - Schein Prüfung absolvierten sechs Clubmitglieder auf einem 275 sm langenTörn von Grado bis Mali Losinj im Mai 1975 auf den beiden eigenen Booten ( Condor 8 und Shark 24 ).

Vier Mitglieder hatten inzwischen DSV - Lizenz zur A - Schein - Prüfung erworben und so konnte der Club im Sommer 74 einen weiteren A-Schein-Kurs abhalten an dem 36 Segler erfolgreich teilnahmen; darunter waren nicht wenige Gastmitglieder und Freunde von Vereinsmitgliedern.

Bootsregistrierung, TÜV-Abnahme von Kajütschiffen, Verhandlungen zur Anpachtung eines Uferstreifens zur Lagerung von Jollen und Beibooten und immer wieder Diskussionen um die Genehmigung von Bojenliegeplätzen beschäftigten den Vorstand des Vereins in den folgenden Jahren. Um das Ergebnis langjähriger Verhandlungen vorwegzunehmen: der Club verfügt heute über nur drei vereins-eigene Bojen, die an Mitglieder vergeben sind, und über einen knapp 300 qm großen Uferstreifen dicht neben einem Naturschutzgebiet gelegen, deshalb nicht ausweitbar. Auf diesem Uferstreifen darf der Verein bis zu 21 Beiboote bzw. Jollen auf Slipwagen lagern

Nun zu den sportlichen Aktivitäten des SCSC:

schon von Beginn an, und z.T. schon vor Vereinsgründung beteiligten sich einige Segler an den großen Chiemsee-Regatten wie der 24-Std. Wettfahrt des CYC und der Chiemsee-Rund des YCU und errangen in Ihren Klassen sogar einige 1. und weitere vordere Plätze.

Neben den internen Wettfahrten zur Vereinsmeisterschaft veranstaltete der SCSC mehr als 24-mal eine Weitsee-Regatta, die später als SCHALCHEN-Regatta bekannt geworden ist und an der bis zu 30 Boote aller Klassen teilgenommen haben. Die rel. Beliebtheit dieser Wettfahrt ist wahrscheinlich auch darauf zurück zu führen, dass bei der Siegerehrung Freibier und eine kostenlose (Grill-) Brotzeit mit dem oderaten Startgeld abgegolten war; auch bei der Verteilung der Preise wurde nicht geknausert.

Darüber hinaus veranstaltet der SCSC gelegentlich sog. „Erlebnis-Wettfahrten" z.B. Segeln Fatal, Segeln mit Haken und Ösen, Suchfahrten, Handicap-Regatten und ausgesprochene Gaudi-Wettfahrten. Bei diesen Veranstaltungen kommt es nicht (nur) auf schnelles Segeln, sondern auch auf ein bisschen Navigation, Ortskenntnis, Geschicklichkeit (Rückwärts-Segeln) und körperliche Fitness an. Selbstverständlich wurden und werden diese Veranstaltungen zumindest mit einem „Seglerhock" am/im Schalchhof, mit einem Grillabend - der durchaus auch vor dem Start stattfinden kann oder gelegentlich mit einem gesponserten Abendessen in der Gaststätte gekrönt.

 An dieser Stelle muss vermerkt werden, dass der SCSC zwar über kein eigenes Vereinsheim verfügt, jedoch im Schalchenhof seit seiner Gründung eine Heimat hat. Alle Vereinsveranstaltungen, von der Hauptversammlung bis zur Jahrersabschlußfeier finden dort statt - und die eben erwähnten Seglerhocks etc.

Abschließend soll über die Jugendarbeit im SCSC berichtet werden:

schon kurz nach der Gründung beschloss der Vorstand ein vereinseigenes Boot zu beschaffen, um den Mitgliedern, vor allem den Jugendlichen zum Einen die Möglichkeit zu geben mal nicht auf dem elterlichen Häusl-Boot nur mitsegeln zu dürfen ( müssen?) zum Anderen um für Wettfahrten oder auch Führerscheine zu trainieren.

Nach und nach wurden angeschafft und mangels Nutzung wieder verkauft: Kielzugvogel, 420 er, Optimisten.

Derzeit stehen den Mitgliedern - insbesonders den Jugendlichen ein LASER und ein 470-er zur Verfügung.

Der SCSC veranstaltet schon seit längerer Zeit keine eigenen Führerscheinkurse mehr; der letzte Theorie-Kurs liegt schon mehr als 5 Jahre zurück. Wir fördern jedoch die Ausbildung insofern, als für jugendliche Mitglieder bis zu 50% der entstandenen Kosten erstattet werden - rückzahlungsfrei, wenn der Aspirant mindestens 5 Jahre Vereinsmitglied bleibt.

Noch ein bisschen Boots-Statistik; die aktiven Mitglieder segeln absolut unterschiedliche Boote:

diverse Jollen z.B. Kielzugvogel und FD; 16 qm Jollenkreuzer und ...
an Kajütbooten beispielsweise Bavaria, Südkreuzer, Neptun, Sunbeam und weitere Exoten

Und es gab und gibt für einen so kleinen Verein nicht wenige Segler, die z.T. neben ihrem Boot am Chiemsee noch eines im Mittelmeer nutzen: je zwei Jachten liegen in Frankreich ,Italien und in Griechenland.